Barrierefreiheit ist so eine Sache. Viele Websites sehen gut aus; aber sind sie auch für alle zugänglich? Und was heisst das überhaupt konkret?

Dieser Artikel erklärt, was eine Accessibility Ist-Analyse ist, was ich prüfe, und was das für dein Unternehmen bedeutet.

Keine Zeit? Hier die Kurzversion:

  • Öffentlich-rechtliche Institutionen sind gesetzlich verpflichtet: BehiG verlangt WCAG 2.2 Level AA.
  • Im Audit prüfe ich Struktur, Alt-Texte, Kontrast, Tastatur, Formulare und Screenreader-Kompatibilität.
  • Du erhältst einen strukturierten Bericht mit konkreten Aufgaben – aufgeteilt nach Entwickler, Marketing und Redaktion.
  • Der Preis ist individuell. Abhängig von Umfang und Seitenanzahl. Unverbindliche Anfrage genügt.

Im Detail schauen wir uns an:

Warum Barrierefreiheit jetzt relevant ist

Ich höre oft: «Barrierefreiheit ist doch nur für grosse Unternehmen relevant.» Das stimmt nicht ganz.

Öffentlich-rechtliche Institutionen, also Gemeinden, Pensionskassen, Bildungseinrichtungen, Spitäler, sind durch das Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG, SR 151.3) verpflichtet, den eCH-0059 Standard einzuhalten. Das bedeutet: WCAG 2.2 auf Konformitätsstufe AA.

Aber auch private Unternehmen profitieren. Denn was für Menschen mit Einschränkungen notwendig ist, macht die Website für alle besser:

  • Besseres SEO: Alt-Texte, saubere Überschriften-Hierarchie und strukturierter Code sind sowohl für Screenreader als auch für Google relevant.
  • Breitere Zielgruppe: Rund 1.7 Millionen Menschen in der Schweiz leben mit einer Behinderung.
  • Weniger Reputationsrisiko: Eine nicht-barrierefreie Website kann Reputationsschäden verursachen.

Was ich in der Accessibility Ist-Analyse prüfe

Die Analyse wird sowohl manuell als auch mit etablierten Tools durchgeführt. Typischerweise definieren wir gemeinsam 4 bis 6 Seiten, die im Detail geprüft werden.

Struktur und Semantik

Ich prüfe die Überschriften-Hierarchie, ARIA-Labels, Navigation (nav-Elemente), Skip Links und die Sprachauszeichnung.

WCAG 1.3.1, 2.4.1, 3.1.1

Bilder und Alternativtexte

Alle Bilder werden auf fehlende oder falsche Alt-Texte geprüft. Inhaltliche Bilder brauchen einen beschreibenden Alt-Text. Dekorative Bilder brauchen alt="" – damit Screenreader sie überspringen. Das klingt simpel, ist aber in der Praxis häufig nicht umgesetzt. Ich habe auf einer Website schon 240 Bilder ohne Alt-Text gefunden.

WCAG 1.1.1

Farbe und Kontrast

Das Mindestkontrastverhältnis gemäss WCAG 2.2 beträgt 4.5:1 für normalen Text und 3:1 für grossen Text (ab 18pt bzw. 14pt fett). Ich prüfe Header, Footer, Hero-Bereiche und Formulare. Faustregel: Je kleiner der Text, desto höher muss der Kontrast sein.

WCAG 1.4.1, 1.4.3, 1.4.11

Tastatur und Fokus

Ist die Website vollständig ohne Maus bedienbar? Ich prüfe Fokus-Sichtbarkeit, Fokus-Reihenfolge und ob Navigationen, Suche und Formulare mit Tab, Shift+Tab, Enter und Esc korrekt bedienbar sind.

WCAG 2.2.2, 2.4.3, 2.4.7

Formulare und Interaktion

Formularfelder, Labels, Fehlermeldungen und ARIA-Attribute. Sind die Felder screenreader-kompatibel? Ich prüfe auch versteckte Formulare – denn ein Formular mit visibility: hidden im Code ist für Screenreader trotzdem sichtbar, wenn aria-hidden="true" fehlt.

WCAG 1.3.1, 4.1.2

Screenreader-Test

Manueller Test mit VoiceOver (Mac/Safari) . Tools allein reichen nicht. Der Screenreader-Test zeigt, was wirklich passiert, wenn jemand deine Website mit einem Lesegerät benutzt.

PDF-Barrierefreiheit

Formulare, Tags, Metadaten, Sprachattribut, Mouseover-Texte und Lesbarkeit durch Screenreader. PDFs sind häufig der blinde Fleck in der Barrierefreiheit.

Wie sieht der Bericht aus?

Der Bericht ist strukturiert, priorisiert und umsetzbar. Jeder Befund enthält:

  • Das Problem und wo es auftritt
  • Den betroffenen WCAG-Kriterien (Level A oder AA)
  • Eine konkrete Lösung
  • Eine klare Aufgabe – aufgeteilt nach Entwickler, Marketing oder Redaktion

So weiss jedes Team direkt, was zu tun ist – ohne Übersetzungsarbeit.

Ablauf der Analyse

So läuft eine Accessibility Ist-Analyse mit mir ab:

SchrittWas passiert
1. BriefingWir definieren gemeinsam, welche Seiten geprüft werden und welcher Standard gilt (BehiG / WCAG 2.2).
2. AnalyseKombination aus tool-gestützter und manueller Prüfung, inkl. Screenreader-Test.
3. BerichtStrukturierter Bericht mit priorisierten Befunden und konkreten Aufgaben pro Team.
4. Q&A Call30-minütiger Call zur Besprechung der Ergebnisse
Ablauf einer Accessibility Ist-Analyse mit Corina Burri

Was kostet eine Accessibility Ist-Analyse?

Der Preis ist individuell. Er hängt ab von:

  • Anzahl der zu prüfenden Seiten
  • Geltendem Standard (BehiG / WCAG 2.2)

Inklusive sind immer: manuelle WCAG-Prüfung (bis 5 Seiten), Screenreader-Test, PDF-Barrierefreiheitsprüfung, strukturierter Bericht als PDF, Aufgaben je Verantwortlichkeit und ein Q&A Call von 30 Minuten.

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Rechtlicher Hinweis: Ich bin keine Anwältin. Die Analyse ersetzt keine Rechtsberatung.